Für den der Triathlon betreibt, kann es nie schaden über den Tellerrand zu spähen und sich einmal das Training der Spezialisten in den Einzeldisziplinen anzuschauen. Einer der vorgenannten Spezialisten für die Auftaktdisziplin des Dreikampfes ist zweifelsfrei Michael Phelps.

Lässt man mal seine sämtlichen sportlichen Erfolge inklusive etlicher Olympiasiege beiseite, fällt der Blick schnell auf den für uns Triathleten sicherlich interessantesten Aspekt in seinem Leben - das Training. Nicht, weil es so außergewöhnlich wäre, sondern weil eher das Gegenteil der Fall ist. "Das was Michael so besonders macht ist nicht ein spezielles Trainingsprogramm, sondern dass es perfekt in das reinpasst was wir hier tun", sagt Bob Bowman, Trainer von Phelps seit seinen Anfangszeiten. "Ohne Spaß - Michael schwimmt exakt das Programm des North Baltimore Aquatic Clubs - einfach nur 8 x 400 Meter. Es gibt bei uns vielleicht fünf bis sieben Leute, die genau dieses Programm schwimmen."

Der "Phelps Unterschied"? Umfang und Intensität! "Was das Training so besonders gemacht hat, war die Art auf die wir es individualisiert haben", erklärt Bowman. "Ich gebe ihm bestimmte Zeiten vor, mit ganz konkreten Pausen zwischen den einzelnen Intervallen, sowie die Art und Weise, auf die diese auszuführen sind. Es ist nicht so, dass Michel 6 x 400 Meter schwimmen würde und alle anderen 9 x 300 Meter."

Auf seinem Trainingshöhepunkt schwamm Phelps jede Woche unvorstellbare 80.000 Meter. An drei Tagen der Woche trainierte er zweimal täglich, um an den restlichen Tagen jeweils einmal täglich zu trainieren. Jeder Tag den er mal nicht im Pool verbrachte, diente ausschliesslich der Erholung - "Eisbäder, Stretching, Arbeit mit dem Trainer oder Massagen. Ausserdem schlief ich in einem Zimmer mit einem Luftdruck, der einer Höhe von 2.700 Metern entsprach", sagt Phelps.

Was den erfolgreichsten Olympioniken aller Zeiten von seinen Vorgängern abhebt ist sein Körperbau. Seine "Spannweite" von knapp über 2 Metern bei einem 1,93 Meter großen Körper macht ihn erheblich schneller als die meisten Männer seiner Grösse. Sein ungewöhnlich langer Oberkörper erweitert seine Reichweite zudem. Seine Hände sowie seine Füsse sind enorm gross für einen Mann dieser Grösse. Dies erlaubt ihm mit jedem Zug mehr Wasser zu bewegen. Seine kurzen gedrungenen Beine ermöglichen ihm zudem einen kräftigeren Schlag bei geringerem Wasserwiderstand.

Und was ergibt all dies in der Summe? Einen Siegertypen! Während es keine Garantie dafür gibt, dass einen das nachfolgende Trainingsprogramm genau so schnell macht wie Michael Phelps, hat man nun zumindest die Möglichkeit genau so trainieren wie er.

"Das eine Programm, das er möglicherweise am meisten gehasst hat und ich am meisten liebe, nennt sich das Janet Evans Programm", sagt Bowman. "Die ehemalige Olympiateilnehmerin schwamm es als sie jünger war. Es ist eine Mischung aus Freestyle und Lagenschwimmen. Es hat eine Länge von 4.000 Metern, dauert fast eine Stunde und ist eine Mischung aus Geschwindigkeit und Ausdauer."

1 x 200m Freistil in 2:20min
4 x 200m Lagen in 2:30min
1 x 400m Freistill in 4:40min
3 x 200m Lagen in 2:25min
1 x 600m Freistil in 7:00min
2x 200m Lagen in 2:20min
1 x 800m Freistil in 9:20min
1 x 200m Lagen in 2:15min

Natürlich waren die Erfolge des Wunderschwimmers auch das Resultat eines intensiven Krafttrainings. Aber das ist eine andere Story...

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