So, das war also mein erster Wettkampf unter dem Label der WTC. Vorab kann ich nur sagen, dass der Wettkampf sehr gut organisiert war. Die Pastaparty am Freitag war super, die Wettkampfbesprechung am Samstag im Kurhaus mit 1000 Athleten ein Erlebnis.

Was dagegen nicht perfekt lief, war meine Anfahrt am Samstag zum Bike-Check-In an den Raunheimer Waldsee. Dank veralterer NAVI-CD und meiner nicht vorhandenen Ortkenntnis fuhr ich erst mal 20km in die falsche Richtung. Ein Autobahnschild mit der Aufschrift “Rüdesheim” machte mich dann doch stutzig. Hatte ich doch noch in Erinnerung, dass ich über “Rüsselsheim” fahren sollte. Nachdem das dann auch geklärt war, kam ich doch noch am See an. Dort stellte ich mich brav in der Schlange für “Check-In-Deutsch” an. Neben “Check-In-International” gab es noch den “Check-In-Profi”. Ein freundlicher Referee kam dann auf mich zu und bat mich mitzukommen, zum Check-In der Profis. Dort erklärte ich der Frau, dass ich keiner wäre. Das war ihr egal. Mein Helm muste ich nur aufsetzen. Sichtkontrolle und ab zum Foto machen. Die Aktion erzeugte ein Lawine von weiteren Athleten, so dass die Referees wieder einschreiten musste. Tja Glück gehabt, was für ne Aktion. Anschließend entschied ich mich dafür, die Rad-Strecke noch mal vorher mit dem Auto abzufahren. Das war im nachhinein eine sehr gute Entscheidung.

Die Nacht, besser gesagt die Nächte, vor dem Wettkampf waren eine Katastrophe. Das Hotel war echt super, die Leute total nett. Das Problem war jedoch die angrenzende freiwillige Feuerwehr von Dortzheim. Die hatte nämlich auch ihr Jahreshighlight: Das Sommerfest!!!. Machen wir es kurz. Jede Nacht Live-Mucke und Party bis 3 Uhr, und das Ganze so laut, dass es auch bei geschlossenen Fenstern zu hören war. Also wenig Schlaf, eine bessere Vorbereitung kann man sich doch kaum wünschen. Am Wettkampftag selbst wurde ich durch die letzten Beats um 3:30h geweckt.

So, nun aber zum eigentlichen. In der Wechslezone das übliche Prozedere, kurz noch geschaut, wie die Profis aus dem Wasser kamen und ab zum Start meiner Welle.

Schwimmen

Mit 280 Athleten der AK35 ging es dann um 7:55h los. Ich hatte mich in der zweiten Reihe eingeordnet, rechts außen, dort wo die erste Boje kam. Also sozusagen Kampflinie. Und das war es dann auch. Bis zur zweiten Boje ein harter Fight. Danach kehrte Ruhe ein. 17 Bojen, einen Landgang und 8 Richtungswechsel später, packten mich die rettenden Helferarme, 34:39 Minuten. Es folgte der lange Weg zum Wechselgarten im tiefen Sand.

Rad

Auf dem Rad ging es die ersten 8km flach los und ich hatte guten Speed. Es war teilweise nass und rutschig. Bis Km45 lief alles nach Plan, soweit man bei diesem Höhenprofil einen machen kann. Dann kam der Anstieg zur Platte, der den Schnitt in den Keller riss. Oben herrschte Nebel. In den Abfahrten schlechte Sicht und nasse Straßen. Viele Athleten stürzten oder landeten im Graben. Und was sich häufte waren die Defekte an Laufräder. Das Bremsen wurden in den steile Abfahrten immer schwieriger. Dann irgendwo bei Km65 passierte es, nach ein paar Kurven intensiven Bremsens platze der Reifen meines Vorderrads. Ein Geruch von verbranntem Gummi stieg auf. Mein Glück war die weiter geradeaus führende Abfahrt. Mit flatterndem Rad und auf dem Mantel fahrend gings es dann weiter bergab. An bremsen war in der Situation nicht zu denken. Die Hinterradbremse allein zeigte null Wirkung. Mit reichlich Adrenalin und Angst im Nacken kam ich am Ende der Abfahrt in der Senke zum Stehen. Was für ein Ritt. Von da an war der Radpart für mich gedanklich gelaufen. Mein Ersatzschlauch war nach 7:30min drauf. Den alten entsorgte ein Zuschauer, zumal mich noch nervenderweise zwischendurch die Referees beobachteten und schauten ob ich auch alles schön allein mache. Einen netten euphorischen Zuschauer musste ich regelrecht vors Schienbein treten, weil er ständig helfen wollte. Und zusätzliche 4 Minuten oder Penalty-Box hätten mir den Rest gegeben. Die restlichen 20km fuhr ich dann im “Weicheimodus”. Die letzten 8km steil bergab nach Wiesbaden machten dann auch nicht mehr wirklich Spaß. Die Angst vor einen weiteren Platten, und das dann bei 80km/h war zu groß, also bremsen. So war ich dann froh heil und im ganzen Stück in Wechzelzone 2 angekommen zu sein. Am Ende standen dann nur 3:22h auf der Uhr für den Rad-Part. Schade.

Laufen

Im Wechselzelt ließ ich es dann etwas gemütlicher angehen. Am Ausgang noch aufs Dixi-Klo und ab auf die Laufstrecke. Die Stimmung war super. Die 5km Runde war nahtlos mit Zuschauern gefüllt. Die Beine fühlten sich recht gut an. Mit 1:45h hab ich dann am Ende nicht wirklich das letzte aus mir herausgeholt. Es war ein Kompromis aus zügig laufen und die Stimmung mitnehmen.

Mit 5:51:07h auf der Finischline kam ich als 103. der AK ins Ziel und war glücklich meine erste Medallie mit der Aufschrift “IRONMAN” zu bekommen. Auch wenn mehr drin gewesen wäre, ist manchmal das Ankommen schon schwierig genug.

Peter

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