Der 3.Lauf meiner Serie fand am 19.8.2011 in Kiel-Holtenau statt.

Der Flughafen Kiel-Holtenau wurde 1914 gebaut und liegt auf einer Anhöhe, welche durch den Erdaushub während des Baus des Nord-Ostsee Kanals entstand. Auf dem Flughafen gibt es einen zivilen und einen militärischen Teil. Der militärische Teil wird vom Marinefliegergeschwader 5 genutzt. Diesen haben wir während unseres Laufes aber nicht betreten.

Seit Ende 2006 gibt es hier keinen Linienverkehr mehr und der Flughafen wird nur noch von Privatfliegern genutzt. Er ist daher nur zeitlich begrenzt geöffnet.

Der Airportrun fand Freitag Abend statt. In der Ausschreibung hieß es auch nicht Startzeit sondern Take Off um 20.00 Uhr. Somit musste ich also direkt nach der Arbeit nach Kiel fahren. Dank Gleitzeit konnte ich um 13.00 Uhr losfahren und kam um kurz vor 17.00 Uhr in  der Jugendherberge Kiel an. Nachdem ich mein  Zimmer mit Blick auf den Kieler Hafen bezogen hatte, ging es ziemlich zügig weiter nach Holtenau. Dort hatte ich ein wenig Zeit und wollte schon mal einen Blick auf den Flughafen werfen. Aber ich stand nur vor einem verschlossenen Tor und musste von Anwohnern erfahren das man hier nicht auf den Flughafen sehen kann, das geht nur von der anderen Seite. Ich fragte mich, da ich unterwegs einige Streckenpfeile gesehen hatte, wie wir dann wohl auf den Platz kommen. Also ab zur Startnummerausgabe. Neben der Startnummer bekamen wir noch einen Zettel mit den letzten Laufinfos und ein Knicklicht. Diese mussten wir während des Laufes tragen. Das Wetter schien sich nun auch zu  bessern. Es gab immer wieder kleine kräftige Schauer, aber so langsam schien sich die Sonne durchzusetzen. Ich zog mich um und lief mich ein. Und die erste Überraschung war dann, das der laut Ausschreibung vollkommen flache Lauf doch nicht nur flach ist. Vom Start weg ging es erst mal 600m bergan und ich stand dann wieder vor dem bereits bekannten Tor. Ich lief  mich noch ein wenig ein und endlich war es soweit.
Im Angebot waren ein 6km und ein 12km Lauf. Ich hatte mich für die 12km angemeldet.

Nachdem die Polizei die Straße gesperrt hatte, konnten wir diese besetzen und pünktlich um 20.00 Uhr wurden wir dann auf die Strecke geschickt. Ich hatte mich mittig eingeordnet, da ich den Lauf aufgrund des Anstiegs auf den ersten Metern erst mal ruhig angehen wollte. Das klappte auch sehr gut. Dann kam wieder mein Tor, aber jetzt war es offen. Bis hierher hatten wir einen Kleinbus mit einer großen Fahne als Führungsauto. Dieses wurde dann auf dem Flughafen vom Follow Me Fahrzeug des Flughafens abgelöst. Zusätzlich gab es auch noch einen Führungsradfahrer. Nach dem passieren des Tores wurde die Strecke nun flach und dann liefen wir durch ein zweites Tor. Ein gigantischer Blick über den Flughafen eröffnete sich mir. Ein kleiner Schauer lief mir über den Rücken Jetzt konnte ich auch das Führungsfahrzeug in einiger Entfernung ausmachen. Wir liefen erst mal mit Rückenwind Richtung Osten und konnten einen super schönen Ausblick auf die Kieler Förde genießen.  Weiter ging es auf dem äußeren Ring und so langsam liefen wir Richtung Westen. Der Westwind war recht stark(4-5).  Das Läuferfeld war inzwischen auseinandergezogen und ich konnte ich mich nicht hinter einem Läufer verstecken. 1,5km Kampf gegen den Wind und dann kam für mich persönlich das Highlight. Wir bogen nun scharf links ab und liefen über die 1,3km lange Start- und Landbahn. Wieder kamen mir die Gedanken wie in Schönefeld: „Hoffentlich will jetzt hier keiner landen“.

Der Rückenwind machte diesen Streckenabschnitt sehr angenehm zu laufen. Zuschauer waren hier fast gar nicht vorhanden. Es gab einige Streckenposten und eine Fotografin. Nach dieser langen Geraden ging es scharf  nach rechts und noch mal einige hundert Meter gegen den Wind, um den Flughafen wieder zu verlassen. Nach einer kurzen bergab Passage kam die Streckenteilung. Die 6km Läufer konnten weiter Richtung Ziel laufen und wir 12km Läufer bogen nach links ab. Hinter der Teilung gab es eine Verpflegungsstelle und wieder ging es  bergauf zum Flughafen. Diesen durften wir ein 2. Mal genießen. Der Blick auf die Kieler Förde zeigte mir diverse Containerschiffe. Die Sonne ging langsam unter und somit liefen wir den Teil Richtung Westen in den Sonnenuntergang. Hier war auch wieder die Fotografin. Linda Wohlan hat mich genau auf diesem Streckenabschnitt fotografiert und mir dieses Foto netterweise zur Verfügung gestellt.

Der Streckenabschnitt auf der Start- und Landebahn war jetzt sehr einsam und ich genoss diese Stille. Zum Schluss noch ein letztes Mal gegen den Wind auf dem Flughafen, um dann Richtung Ziel zu laufen. Es ging wieder bergab Richtung Ziel und auch einige Zuschauer waren in diesem Bereich an der Strecke. Dann ein letzter Abzweig nach rechts und die Zielgerade war erreicht. Auf diesem kleinen Verbindungsweg war noch ein mal Konzentration gefordert, da dieser Sandweg einige Löcher und Spurrillen hatte. Das Ziel war erreicht. Nach 53:13 min blieben die Uhren für mich stehen und ich war auch noch ein Daylight-Finisher. Die letzten Läufer kamen allerdings im Dunklen an und so erklärte sich dann auch das Knicklicht, welches wir zu tragen hatten.
Insgesamt gab es beim 6km Lauf  112 Teilnehmer im Ziel und beim 12km Lauf waren es 130.
Da ich ja in Kiel übernachtete, blieb ich auch noch zur Siegerehrung. Diese lief sehr zügig ab. Beim 6km Lauf wurden die jeweils ersten 3 Frauen und Männer geehrt. Beim 12km wurden ebenfalls die jeweils ersten 3 vom Gesamteinlauf gewertet. Außerdem wurden hier auch noch die Altersklassen gewertet.
Bei der AK40 wurde ich zur Siegerehrung aufgerufen. Ich war ziemlich überrascht und freute mich innerlich über den 3.Platz. Mit mehr hatte ich in diesem Moment nicht gerechnet.

Uwe Cizinski vom Veranstalter erwähnte vor meiner Ehrung erst Mal das ich extra für diesen Lauf aus Berlin angereist bin ( er wusste es aus unserem Mailverkehr). Es folgte die größte Überraschung, da Uwe mir zum nie erwarteten 2.Platz in der AK40 gratulierte. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Insgesamt bin 22. von 98 Männern und in der AK 2. von 12 Läufern geworden. Glücklich und zufrieden machte ich mich auf den Weg in die Jugendherberge. Am Samstag verbrachte ich noch einige Zeit in Kiel. Ich besuchte den Hafen, machte einen Zwischenstop am Nord-Ostsee-Kanal und fuhr noch mal zum Flughafen um einige Fotos zu machen. Ein netter älterer Herr am Flughafen erzählte mir ein paar News zum Flughafen und anschließend ging es zurück nach Berlin.

Jörg Stargardt