Mein Lauf am Mittwoch den 26.10.2011 führte mich auf den Fliegerhorst in Jever, einem Bundeswehrflughafen.. Dieser Lauf ist im Netz nicht unter den Flughafenläufen zu finden. Er nennt sich einfach nur Teamlauf und war früher nur für Bundeswehrangehörige. Inzwischen ist der Lauf  für alle Läufer offen. Den Tip zu diesem Lauf habe ich im Juli (während eines Gesprächs ) in Esens erhalten.

Im August meldete ich mich für den Lauf an und organisierte mir die Anreise. Der Zeitplan sah ziemlich einfach aus. Abfahrt mit der Bahn in Berlin um 5.26 Uhr, Ankunft in Jever um 10.35 Uhr, Laufstart um 12.30 Uhr, Rückfahrt aus Jever um 15.28Uhr und Ankunft in Berlin um 20.53 Uhr. Mein Vater (er lebt in Esens) machte mir zusätzlich das Angebot, das er mich in Jever vom Bahnhof abholt und mich zum Fliegerhorst fährt.

Der Lauf rückte nun immer näher und mich packte ein gewisse Nervosität, ob alles wie geplant klappt. Ich schrieb mir eine Packliste und der Wetterbericht versprach gutes Wetter.
Am Mittwoch früh stand ich pünktlich auf dem Bahnhof und der Zug kam auch pünktlich. Nur die Abfahrt verzögerte sich ein wenig, da ein Passagier aus dem Zug musste. Aber ich war noch ruhig, ich hatte ja 9 Minuten Umsteigezeit in Hamburg. Unterwegs gab es noch ein paar Baustellen und schon war der erste Umstieg geplatzt. Damit war meine geplante Ankunftszeit in Jever erledigt. Ich bekam nun in Hamburg eine neue Bahnverbindung genannt und durfte IC fahren, aber auch hier war der Zug verspätet. In Bremen telefonierte ich mit meinem Vater und alle Pläne wurden über den Haufen geschmissen. Die Bahnfahrt von Bremen nach Oldenburg und der Schienersatzverkehr von Oldenburg nach Sande waren pünktlich und somit war ich um 11.00 Uhr in Sande. Von dort holten mich mein Vater und Anneliese ab und es ging flott zum Fliegerhorst.
Nachdem wir auf dem Parkplatz eingewiesen wurden, ging ich meine Startnummer abholen. Dort bekam ich einen kleinen Schreck. Ich hatte die Startnummer 2. So eine niedrige Startnummer hatte ich noch nie. Dann kam das übliche Prozedere vor einem Lauf wie umziehen, 3x zur Toilette rennen und ein bisschen warm machen. Vom Flughafen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts gesehen. Außer einem ausgestellten, restaurierten Düsenjäger war kein weiteres Flugzeug zusehen.

Um 12.30 Uhr wurden wir nach eine kurzen Ansprache auf die Strecke geschickt. Da dieser Lauf innerhalb des Bundeswehrgeländes rund um den Flughafen führt, hoffte ich noch ein wenig vom Flughafen und Flugzeuge zu sehen. Der erste KM war recht flott und nach 3:59 min war er bereits erledigt. Ich verringerte mein Tempo und nach 4:06min war auch der 2.KM geschafft. Schön war, dass jeder KM rechts und links mit kleinen roten Tafeln gekennzeichnet war. Vom Flughafen war noch immer nichts zu sehen. Anfangs ging es um einige Kasernengebäude und anschließend durch Waldgebiete. Jetzt endlich bekam ich auch mal einen Blick auf die Startbahn. Nach KM4 musste ich das Tempo ein wenig reduzieren, da mein Schweinehund einfach meine Oberschenkel rebellieren lies. Die Oberschenkel hatte ich schnell wieder im Griff und ich konnte das Tempo weiterhin im Bereich von 4:19min/km halten. In der Ausschreibung wird der Lauf als Norddeutschlands grünster Straßenlauf (100% guter Asphalt) angepriesen. Dieses kann ich nur bestätigen. Bei KM6 waren auch einige Waldarbeiter aktiv und es roch noch frisch gesägten Kiefern. Zwischen KM7 und KM8 sah ich diverse Hangar aber alle verschlossen und somit gab es kein Flugzeug zu sehen. Bei KM8,5 passierten wir noch einmal die Einflugschneise. So langsam näherten wir uns dem Ziel. Das Wetter war sehr gut. Wir hatten 13°C, Sonne und einen leichten, kühlen Wind. Kurz nach Passieren von KM9 sah ich noch ein paar Flugzeuge. Diese waren allerdings nicht mehr funktionstüchtig und es war mehr ein Schrotthaufen. Endlich kam der letzte Abzweig und die Zielgerade war erreicht. Das Ziel war allerdings noch nicht zu sehen, da die Zielgerade auch noch eine Kurve beinhaltete. Nach 42Minuten und 21 Sekunden war ich erschöpft im Ziel. Nach dem Zieldurchlauf wurden wir durch einen Wendekreis geleitet und unsere Transponder wurden uns abgenommen. Die anschließende Zielverpflegung mit warmen Tee, Saft, Wasser, Äpfeln und Bananen war ausreichend.

Beim Duschen der Männer war es sehr kuschelig. Hier zahlte es sich aus schnell zu laufen. Es gab für die rund 300 duschwilligen Männer nur 6 Duschen. Somit war Akkordduschen angesagt. Aber das Wasser war wenigstens warm und der Wasserdruck OK.

Im Offiziersheim hingen inzwischen die Ergebnisse aus. Insgesamt kamen 407 Läufer ins Ziel und ich landete auf Platz 67. Auch die Siegerehrung, mit Kuchen und Getränken, fand im Offiziersheim statt und der Saal war sehr gut gefüllt. Da ich nicht mehr so viel Zeit hatte bis zum Start meiner Rückfahrt, haben wir uns entschieden, auf der Fahrt zum Bahnhof nach Jever, einen Kaffeestop zu machen.
Pünktlich kam die Nordwestbahn und ich verabschiedete mich nach diesem Kurzbesuch. Ich bedanke mich hiermit bei meinem Vater und Anneliese für die Vorortbetreuung und das Carepaket mit frischem Fisch, hausgemachtem Fleischsalat und den superleckeren Kürbisschnitten.

Nachdem die ersten Verbindungen alle pünktlich waren, endete der Tag wie er begann. Der Zug von Hannover nach Berlin hatte 10 Minuten Verspätung.
Dieses war ein total verrückter, erlebnisreicher  Tag, aber er hat sehr viel Spaß gemacht. Es war ein super schönes, für mich persönlich, erfolgreiches Laufevent.

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Jörg Stargardt