Da mich meine Trainingsläufe oft am Flughafen Tegel vorbeiführen, hatte ich die Idee, dieses Jahr mal ein paar Flughafenläufe zu machen. Im Internet wurde ich ziemlich schnell fündig. Airportrun Hannover, Airportrace Hamburg, Runway06 in Paderborn und der Airportrun in Berlin waren die ersten Treffer bei meiner Suche. Mein Sohn Nils war als Flugzeugfan natürlich sofort begeistert von meiner Idee.

Auch meine Frau konnte ich von meinem Plan überzeugen. Somit begannen die Vorbereitungen für den ersten Lauf meiner kleinen privaten Serie.

Ich entschied mich für den Lauf Around the Airport am 09.04.11 in Hannover. Das war ein Halbmarathon. Weiterhin standen ein 1,2km Üstra Kinderlauf, ein 7km MTU Walk, ein 5km Condor Fliegen Sprint und ein 10,2km Puma Run auf dem Programm.

Da der zeitliche Ablauf für uns super getaktet war, konnten wir alle 3 am Airportrun teilnehmen. Manuela entschied sich für den MTU Walk und Nils startete beim Üstra Kinderlauf.
Für den „Around the Airport“ gab es ein Hotelspezial vom Maritim Hotel am Flughafen. Bei meiner Buchung fragte ich nach, ob vom Zimmer aus der Flughafen zu sehen sei. Die Dame war sehr freundlich und reservierte uns ein Familienzimmer in der 5.Etage mit Blick zum Flughafen. Nachdem ich Nils dieses erzählt hatte, war er ziemlich gespannt, was wir wohl für einen Ausblick haben werden.

Am 8.4.11 machten wir uns auf den Weg nach Hannover. Die Fahrt dorthin war alles andere als entspannt. Ein Sturm machte die Fahrt sehr anstrengend. Nach 3 Stunden hatten wir endlich das Ziel erreicht. Das einchecken im Hotel verlief  reibungslos. Nils und ich bekamen hier sogar schon unser Starterpaket. Manuelas mussten wir noch abholen, da ich sie nachgemeldet hatte. Zimmerschlüssel gab es keinen, dafür aber eine Codierte Karte. Da uns aber einige Infos fehlten, war unsere Karte durch ein Handy wieder entladen und wir kamen nicht aufs Zimmer. Also wieder runter zur Rezeption, neu laden lassen und wieder in die 5.Etage. Das Zimmer war riesig und sogar für 5 Personen ausgelegt.  Nils seine Augen strahlten. Aus dem Fenster blickten wir direkt auf die Start- und Landebahn sowie die Terminals. Auch einige Flugzeuge standen dort. Allerdings ist der Flughafen nicht ganz so hoch frequentiert wie Tegel.

Vom Hotel zum Start- und Zielgelände waren es rund 700m. Wir holten Manuelas Starterpaket ab und gingen anschließend  zurück ins Hotel zum Abendbuffet.
Manuela war am Samstag als Erste am Start. Um 10.00 Uhr fiel der Startschuss für den MTU Walk. Nach 59:58 min walkte Manuela zufrieden ins Ziel. Sie war froh das sie sich für das Walken entschieden hatte und nicht nur mitkam, um ihre Männer anzufeuern.
Um 12.00 Uhr war dann Nils an der Reihe. Die Kinder liefen 2 Runden um das Startgelände. Nils war nach rund 8min zufrieden im Ziel.
Als letzter war ich nun an der Reihe. Ich war ein wenig aufgeregt, da ich mir den Streckenverlauf und die Verpflegungspunkte nicht richtig eingeprägt hatte. Auch die Kleidungswahl stellte mich vor Probleme. Aufgrund des sonnigen und recht warmen Wetters entschied ich mich für die kürzest mögliche Variante mit T-Shirt und kurzer Tight, was auch die richtige Entscheidung war.

Ich konnte mich in der recht schmalen Startgasse im 1. Viertel einordnen und hoffte das ich so einem möglichen Sturz aus dem Weg gehen  konnte. Um 13.00 Uhr ging es auf die Strecke rund um den Flughafen. Ich kam gut weg und konnte die ersten Km mit einem Schnitt von 4:30min zurücklegen. Den Flughafen hatten wir auf der rechten Seite und ich konnte sogar noch einige Starts und Landungen verfolgen. Bei km 3 liefen wir an einer Pferdekoppel vorbei. Die Pferde waren nervös und sprinteten ziemlich wild über die Koppel. Mit diesem Tempo hätte ich die Strecke auch gerne zurückgelegt. Die erste Verpflegung bei Km4 nutzte ich zur Getränkeaufnahme.

Dann hatte ich einen Läufer neben mir, der mir schon im Startbereich aufgefallen war. Er  erzählte seinem Kumpel das er 4:30 im Schnitte laufen wolle. Das gefiel mir und so liefen wir gemeinsam die nächsten Km. Bei Km 9 gab es die nächste Verpflegung. Und dann bekam ich plötzlich einen stechenden Schmerz auf der Außenseite des linken Fußes. Ich nahm ein wenig Tempo raus. Meinen Mitläufer musste ich erst mal ziehen lassen. Km10  nach glatt 45:00 min passiert. Noch war ich im Plan. Ich konnte den Schmerz nicht lokalisieren und vermutete das ich meinen Schuh zu fest geschnürt hatte. Die Konsequenz war kurz anzuhalten und den Schuh lockerer zu schnüren. Km 12 und 13 ging dann auch wieder unter 5min. Aber dann wurde der Schmerz wieder schlimmer und an ein vernünftiges laufen war nicht mehr zu denken. Läufer für Läufer überholten mich und mein Ziel mit einer Platzierung unter den ersten Hundert Läufern rückte in weite Ferne. Die Km-Zeiten waren nun alle über 5min. Mit einer Schonhaltung lief ich  weiter und merkte das sich, zu allem Übel, auch noch eine Blase am Fuß bildet. Vom Flughafen war jetzt auch nicht mehr viel zu sehen. Er war nur zu hören. Dafür kam noch ein kleiner Anstieg. Wir mussten eine Autobahn überqueren. Ich quälte mich weiter und überlegte ob ich denn wenigstens noch unter den ersten 200 im Ziel sein werde. Endlich kam der letzte Verpflegungspunkt bei Km 19. Nach 1:44:05 war ich endlich im Ziel und ein wenig gefrustet. Letztendlich habe ich Platz 191 von 538 Läufern erreicht. Für mein angestrebtes Ziel unter den ersten 100 hätte ich eine 1:37:05 laufen müssen. Das wäre bei einem Schnitt von 4:30 auch machbar gewesen.


Wir verbrachten dann noch einige Zeit im Start- und Zielbereich, da hier auch für die Kinder einiges angeboten wurde. Nachdem wir uns im Hotel geduscht hatten, ging es auf den Flughafen. Die Aussichtsterrasse und die Infoaustellung wurden unsicher gemacht. Die Luftfahrtausstellung war interessant, da hier auch einige Experimente zum Thema Luft gezeigt wurden. Der Laufhunger wurde dann beim Großen M gestillt und zum Abschluss des Tages ging es noch eine Stunde ins Hotelschwimmbad zum Relaxen. Auch ein Cocktail an der Hotelbar haben wir uns genehmigt und sind müde ins Bett gefallen.
Nach einem super Frühstücksbuffet ging es wieder Heim.

Dieser Lauf war ein  schöner Wettkampf mit guter Verpflegung und vielen netten Helfern. Teil 2 der Serie folgt nun in Berlin am 19.06.2011.