Obwohl sich die triathletischen Highlights mit den eindrucksvollen Ergebnissen der Weltraumjogger momentan wöchentlich überbieten, ein kurzer partieller Rückblick auf die 24. Ausgabe des Volkstriathlons 2012 aus anderer Perspektive.

Im allgemeinen ist der Begriff des „Wasserträgers“ eng mit der beeindruckenden haushaltlichen Tätigkeit vornehmlich afrikanischer Frauen verbunden. Fügt man den Sport dazu, kommen eher die Bilder von in ihren Rückansichten optisch verunstalteten Radfahrern in den Sinn. Deren Aufgabe ist ähnlich der Frauen, nur dass die anmutige Aufrechte aerodynamisch nicht opportun erscheint und die jeweiligen Teamchefs überlaufen ließe.

Aber es gilt eine weitere Gruppe zu beachten, die in ihrer wachsenden Bedeutung nicht unterschätzt werden darf, und stellvertretend für alle nach 1997 Geborenen hervorgehoben werden soll: dem wasserspendenden Nachwuchs des Volkstriathlons.

Auch wenn am Wettkampftag der Bedarf an dieser Dienstleistung an jenem Sonntagvormittag nicht gar so ausgeprägt war, das Wetter war ja recht moderat, vorbereitet waren wir auf einen wesentlich größeren Ansturm. Und die Verlässlichkeit dieser hilfreichen Dienstleistung hat professionelles Niveau. Denn die Begeisterung mit der insbesondere die 4 bis 14 Jährigen ihre Aufgabe erfüllten, war bemerkenswert. Kaum waren die Becher geleert, flitzen schon die flinken Beine zum Nachschub. Jede Versorgung wurde aufmerksam mitgezählt und das Ringen um die diesbezügliche Spitzenplatzierung stand dem Kampf auf der Laufstrecke in nichts nach. Zumal auch hier die läuferische Performance mit wettbewerbsentscheidend war. Gut, an der Rampe werden die Jungs demnächst noch nicht zu sehen sein, aber in Sachen Wasserversorgung hätte die mendelsche F1 Generation im Vergleich sicher ihre Probleme.

Naturgemäß war der zweite Teil der Bechernutzung nicht gar so attraktiv. Dennoch wurde auch hier behände an der von Hansel so treffend beschriebenen zweifachen, insgesamt achtstündigen, völligen Verwandlung dieses Areals mitgewirkt. Doch nicht nur hier, an vielen Stellen der Gestaltung dieses alljährlichen Rituals agieren die Kinder nicht dekorativ, sondern entscheidend mit. Auffällig und erfreulich für einen Kenner jugendlicher Motivierbarkeit ist die Begeisterung und gleichzeitig Ernsthaftigkeit mit der dieser Teil der Jugend ihre Aufgaben erfüllt. Um den Nachwuchs auch bei dem zweiten Standbein des weltraumjoggenden Selbstverständnisses, den Veranstaltungen, braucht uns nicht bange zu sein. Dabei waren die meisten Helferinnen und Helfer der Altersgruppe bis ca. 8 Jahre zuzurechnen. Diese Kinder werden in Teilen sicherlich durch die Anregung des Bambinilaufs und der etwas älteren Teilnehmer/ innen beim Tri4Kids auch hier ihren weiteren Weg machen und folglich uns bald sportlich das N a c h sehen geben.

Am Ende stellte sich für mich nur noch eine Frage: Wie wurden eigentlich die Volkstris im vorherigen Jahrtausend organisatorisch bewältigt?

In jedem Falle wird das 25 jährige Jubiläum und seiner ältesten Veranstaltung kein Grund für Zukunftsängste sein, dieser Nachwuchs steht mit b e id e n Beinen fest in der Tradition dieses Vereins.

Das sind doch erfreuliche Perspektiven, an einem Sonntagmorgen im Sommer des Jahres 2031 gemütlich die Bettdecke zurechtzuzupfen, in der Gewissheit, dass wir gegen 8:00 Uhr pünktlich zum Start des Wettkampfes erscheinen könnten, ohne auch nur die geringste Sorge um das Gelingen dieses Fixpunktes des Berliner Triathlonsgeschehens haben zu müssen.

Einen Wermutstropfen gibt es dann allerdings doch noch zu schlucken. Wenn meine Berechnungen stimmen und unsere Jugendabteilung (eine von lediglich vier in Berlin!!) weiterhin so erfolgreich arbeitet, dann sollten unsere Statistiken (besonders die Ergebnislisten) nach ca. 15 Jahren unter eine besondere Datenschutzregelung gestellt werden.

Von Knut Zieße