Nachlese zum BerlinMan 2012: Zwar war mein Beitrag zu unserem diesjährigen triathletischen Großereignis seeehr bescheiden (Dank an Gisi, Hajo und Olli  für ihr Verständnis), aber es war mir dennoch vergönnt, auch diesmal einen kleinen Erkenntnisgewinn mitzunehmen:

Es gibt wirklich keine/n unwichtige/n Helfer/in!

Eine Veranstaltung wie der BerlinMan lebt vom Ehrenamt. Man sieht all überall hochmotivierte und kompetente Helfer/innen bei der Arbeit und man nimmt sich für das nächste mal vor, ebenfalls eine der wichtigen Positionen zugeteilt zu bekommen (was mittlerweile für alle erkennbar dann auch optisch dokumentiert würde). Aber dann führt die Aufgabe an eine Stelle der scheinbaren Randständigkeit. Sei es als fahnenschwingender Wegweiser oder Zuträger für viele der Versorgungsposten (inkl. Toilettenpapier!). Banalität pur! Doch dann war es eine Reihe kleiner Momente welcher die wirkliche Bedeutung offenbarte:

Beim Triathlon, wie bei allen derartigen Aktivitäten, ist ein psychologisches Phänomen stil- als auch identitätsbildend,  ... der Tunnelblick. Ein Zustand der völligen Selbstgenügsamkeit gepaart mit einer extrem zielgerichteten Motorik (wehe der/m, der/m einer solchen Gestalt im Wege steht). Mitunter leitet dieses Phänomen jedoch auf einen falschen Pfad, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Gerade am Wendepunkt der Laufstrecke kam es trotz eines engagiert winkenden Helfers und einer metallenen (!) Absperrung, einer großformatigen Hinweistafel, sowie der dutzendfachen Chance zu einer intellektuell verarbeiteten Beobachtung der Mitstreiter/innen, vereinzelt zu, für Außenstehende ziemlich unverständlichen, Orientierungsproblemen. Gut, die gleichzeitige Getränkeaufnahme verminderte mit zunehmender Wettkampfdauer die Konzentrationsfähigkeit erheblich, dennoch war an dieser Stelle die Chance einer weiter reichenden Verirrung umständehalber relativ gering. Gleichwohl eröffnete dies eine völlig stimmige Realität, die an vielen anderen Stellen deutlich folgenreicher wäre. Das aber auch in den entlegensten Ecken für das Wohl der Teilnehmer gesorgt wird, zeigt unverkennbar:

Es gibt keine/n unwichtige/n Helfer/in, selbst „inne pampa“! Andernfalls würde wir vielleicht gegen 16:00 Uhr aufgebrachte und möglicherweise gesundheitsgefährdete Teilnehmer/innen suchen müssen. Eine sehr unattraktive Fantasie.

Bis zum nächsten Mal.

Von K. Zieße