Das war sie nun, meine zweite Langdistanz. Nach acht Jahren habe ich mich wieder der “Herausforderung Roth” gestellt. Dass es nicht einfach werden würde war klar.  Eine Muskelverhärtung, die ich mir eine Woche zuvor im Oberschenkel zugezogen habe, konnte von Thorsten noch rechtzeitig gelöst werden (Danke Thorsten!), aber die Ungewissheit vor dem Start blieb. Und dann noch das Problem  mit dem  Knie.

Um 7:30 ging es für mich dann an den Start. 3,8 km Schwimmen im Main-Donau-Kanal.  In Startgruppe 15 (von 16) ging ich mit 200 Athleten auf die Strecke.  Es ging ca 1,5 km den Kanal hinauf bis zur ersten Wende. Dann wieder 1,5 km zurück. Dort angekommen, konnte man links schon das Ziel sehen. Jedoch ging es erst mal weitere 400m den Kanal hinab, und dann endlich nach der zweiten Wende zurück zum Schwimmausstieg.  Auf der ganze Strecke standen Zuschauer, die einen anfeuerten. Das ist der Unterschied zum Schwimmen im See.  Nach 1:14:08 stieg ich dann auch aus dem Wasser. Mit durchschnittlich 2km Schwimmtraining pro Woche war das eine super Zeit für mich. Schnell den Beutel gegriffen und ab ins Zelt. Neo ausgezogen und samt Brille und Badekappe im Beutel verstaut. Dann quer durch die Wechselzone zum Rad. Leider hab ich den falschen Zugang genommen und musste einen kurzen Umweg laufen, sonst hätte ich die 2  Minuten bei “Transition 1″  unterboten.

Zum Radfahren gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. 180km mit 1400 Höhenmeter und Gänsehaut am Solarer Berg.  Mit 6:07:19 h war es dann auch eher locker als anstrengend.  Irgendwie kann ich mich auf den langen Strecken nicht wirklich quälen. Mit dem aufkommenden Wind in der zweiten Runde war diese dann auch 10 Minuten langsamer.  Meine Ernährungsstrategie auf dem Rad ging voll auf.  So fuhr ich dann in Wechselzone 2 ein, bekam mein Rad abgenommen und meinen Laufbeutel in die Hand gedrückt.

1. Runde geschafft

1. Runde geschafft

Nach weiteren 2 Minuten ging es dann aus dem Zelt auf die Laufstrecke. Da war die Welt noch in Ordnung. Nach 1km dann kurze Pinkelpause und den Oberschenkel gedehnt. So ging es dann im flotten Tempo von 5:30 weiter. Bei km 9 dann der erste Schock. Leichte Schmerzen im Knie. Das kam definitiv zu früh und unerwartet. Kurze Dehnpause und weiter. 500 m später das gleiche Spiel.  Da war also das Problem. Bei km 13 war dann erst mal Schluss mit Laufen, die Schmerzen waren zu groß. Die nächsten 1,5km wurden im Gehen zurückgelegt. Immer wieder Oberschenkel und Hüfte gedehnt.  Panik kam auf, das kann doch nicht wahr sein. Sollte ich jetzt die letzte 30km gehen? Das waren 15 Minuten in denen ich hart mit mir kämpfte. Dann der neue Versuch mit dem Laufen. Die ersten Meter blieben zu meinem Erstaunen schmerzfrei. Mittlerweile war mein Puls im Keller und ich musste mich mit einigen Becher Cola wieder aktivieren. Das Problem mit dem Knie war aus der Welt. Im moderaten Tempo ging es dann bis km 21. Mit 2:13 war ich nun ein ganzes Stück entfernt von SUB12 und Marathon in 4:00h.  Weiter ging es dann Richung km 30. Das Blatt schien sich gewendet zu haben. Dann bei km 27 der zweite Rückschlag. Übelkeit!  Die war so heftig, dass ich immer wieder gehen mußte. Allein die Hemmung vor den ganze Leuten zu brechen kostete mich noch mal weitere 11 Minuten. Bei km 31 war der Spuk vorbei und ich konnte wieder laufen, ohne Übelkeit. Schnell wurde gerechnet, die Marathonzeit war dahin, aber für die SUB12 musste ich noch 10 Minuten aufholen.  Es folgten harte 8km mit meditativen Selbsgesprächen. Immer wieder brabbelte ich  “Laufen, Laufen, Laufen” vor mir hin.  Meine Augen waren zum Glück hinter der Sonnenbrille versteckt, ansonsten hätte man meinen Tunnelblick studieren können.

Noch 3 Km

Noch 3 Km

Bei km 39 dann “back in town” .  Am Rand sehe ich meine Familie, der nächte Adrenalin-Kick. Noch zwei Minuten Rückstand, alles ist drin. Dann die letzten drei km durch die Altstadt, der Horror. Kopfsteinpflaster! Erst 1km leicht bergab zum Marktplatz und dann wieder hoch.  Das ist dann zu viel für mich, ich muß das Tempo drosseln.  Bei Km 40 begrabe ich mein SUB12-Vorhaben. Mit 12:02 laufe ich dann überglücklich ins Ziel ein und genieße hinter der Ziellinie das Feeling.

Warten auf Papa

Warten auf Papa

Fazit: Ich war 47min schneller als beim letzten Mal, für SUB12 hats irgendwie nicht gereicht.  Drei Tage später fühle ich mich absolut locker, nichts tut weh.

SNV32271

Was für ein Rennen!

 

Die WJ-Finisher:

Petra 13:11:23

Andreas T. 12:01:21

Golo 13:35:29

Manfred 11:39:36

Peter 12:02:07

Petra am Ziel