19.7.20: Greifswalder Boddenschwimmen

16. von 42M, 8. in AK M 47 - 57 von 21 Tolksdorf, Robert 41:58

Was für ein strahlend schöner Tag war das an der Dänischen Wieck in Greifswald.


Einladend...

Nicht so windig wie im letzten Jahr. Damals musste die Querung der Dänischen Wieck durch einen Rundkurs vor dem Strandbad Eldena ersetzt werden. In diesem Jahr fiel die Querung erneut aus, diesmal im Rahmen des Corona-Hygienekonzepts. Es gab einen Mindestabstand im Warte- und Zielbereich. Und Einzelstarts. Man wurde in Ergänzung der Online-Anmeldung nach einer geschätzten Zeit gefragt. So ergab sich eine Startreihenfolge, bei der man sich möglichst wenig überholen würde. Immerhin steht die Welt ja noch, dann läuft es halt so. Im nächsten Jahr dann ja vielleicht wieder normaler. Corona wird ja sicher am 31.12.20 aufhören.


Nur 70 TeilnehmerInnen und die immer in sicherem Abstand

Falls jetzt jemand, warum auch immer, Zweifel hat: Das fand wirklich statt! Der auch anwesende Käpt'n Blaubär ist mein Zeuge! Nur Hein Blöd war schon gestern vorab am Querungsstart in Ludwigsburg vor Anker gegangen und stand da nun dumm rum. Hatte von dem Rundkurs nichts mitbekommen...
Ich habe in diesem Jahr direkt in Greifswald übernachtet. Mein Hotel war ca. 500 Meter vom Checkin entfernt. Was schon fehlte, war das Hafenfest mit vielen Ständen, intensiver Vormittagsbier- und Frühstücksbratwurstversorgung und halt eben, naja, Menschen. Also diese anderen Leute, die da sonst überall so sind... Teil des Hygienekonzepts war auch, dass es keine Zuschauer geben durfte. Also nicht mal den mitleidigen Gnadenjubel der Familie würde ich bekommen... Bei sicher 20 Grad Wassertemperatur nahmen alle Starter und Innen die Bedingungen aber mit Gelassenheit und dem für Schwimmer eigentlich kontradiktorischen trockenem Humor hin.
Vor mir starteten die ganzen fitten Leute mit den tollen Zeiten, hinter mir die  nicht ganz so fitten, die aber noch ehrlicher waren als ich beim Einschätzen der Zielzeit. Mich haben dann auch 4-5 Leute überholt. Die ersten drei Bojen musste man gegen die Sonne erreichen. Das war wirklich nicht einfach. Man hatte nicht die schwimmende Meute um sich herum und musste im Gegenlicht erkennen, wo denn die klitzekleine nächste Boje war. Das gab sich dann natürlich - weil es ja ein Rundkurs war.
Nachdem der Stress mit der mangelhaften Sicht weg war, hat es wunderbar Spaß gemacht im kühlen Wasser bei sonnigem Wetter endlich mal wieder bei so einem Rennen sein. Die 2km waren nun nicht wirklich eine Herausforderung und ich war nach etwas über 40 Minuten inklusive 30 Meter rein- und raus laufen im Ziel.

Den Zielbereich sollte man recht zügig wieder verlassen. Das nahm der Sache natürlich etwas Charme. Immerhin gab es dann noch auf dem Weg ein schönes Eis von den Veranstaltern als Belohnung. Im nächsten Jahr findet tatsächlich das 100. Boddenschwimmen statt, es gibt das seit 1921!
Ganz toll natürlich : Nach dem jetzigen Saisonstart am Sonntag folgt ohne störende andere Rennen sofort das Saisonende bei den 3,8km Müritzschwimmen in zwei Wochen. Ich muss nun doch noch etwas trainieren für die Strecke. Ansonsten gilt: 2020 - Danke für Nichts!

 

1.8.20: Müritzman - 3,9km

44. von 68m, 22. AK IV m von 33    TOLKSDORF Robert    Berlin    1:27:14,67

Was war das für eine Saison 2020! Bei allen Wettkämpfen ein Bombenwetter, ein Tag strahlend schöner als der andere. Und das wirklich bei allen Starts. Also bei allen drei, ähem, zwei Wettkämpfen! Zeit für einen ausführlichen Bericht!


Besser geht es nicht...


Ich war also endlich zum Saisonfinale in Waren an der Müritz angekommen. Die normale Strecke ist das Müritzschwimmen mit 1,9 Kilometer als Querung vom Seebad Ecktannen zum Volksbad Waren über die Binnenmüritz. Langstreckenschwimmer wollen ja lange Strecken schwimmen und Eisenmänner und -frauen sowieso. Also einfach hin und zurück schwimmen, das ergibt die doppelte Querung als "Müritzman" mit 3,8 km (eine Langdistanz ohne Rad und Laufen...).Ich hatte am Vorabend wieder in meinem dortigen Stammhotel "Ringhotel Margarete" übernachtet, um nicht schon um 5h morgens in Berlin aufbrechen zu müssen. Das Hotel ist schon etwas so, wie es auch klingt. Es gibt aber eine wirklich klasse Küche. Ich verschonte den lokal ansässigen Zander und begrüßte einen leckeren Ostseedorsch mit Kräuterkruste meinem Teller. Also wie eine Pastaparty, nur eben mit Eiweiß.Das Müritzschwimmen hatte ein "mit dem Ministerium" abgestimmtes Hygienekonzept. Also wieder keine Zuschauer (es gab eine kleine Traube hinter einem Zaunabschnitt des Volksbads), Transponderabholung mit Maske und ansonsten schön voneinander Abstand halten. Aber immerhin einen Massenstart (mit Abstand).Während die gemeine Schwimmerschaft um 10:30 für die mickrigen 1,9km aufbrach, war für uns extraharte Schwimmer und Innen schon vorher die Binnenmüritz reserviert. Ab 8 Uhr also Transponderabholung, dann etwas Herumhängen und um 9 Uhr schnell los, damit wir so 9:45 bis 10:15 die Wendeboje erreicht hatten und Abstand zu den anderen wahren konnten. Der deutlich geänderte Kurs wurde endlich mal mit gut sichtbaren orangenen Bojen markiert und nicht mit grauen wie in den Vorjahren.


Alles sicher und hygienisch

Die Müritz ist wirklich wunderbar zu schwimmen. Es waren in der Sonne sicher 20 Grad Lufttemperatur um 8 Uhr. Das Wasser hatte vielleicht gute 19 Grad. Man ging langsam zum Wasserstart, damit war das nicht so schockierend. Aber dann: Herrliches Wasser. Kühl aber nicht zu kalt. Und so klar. In Waren können sie das Trinkwasser sicher direkt aus der Müritz nehmen, da ist keine Klärung nötig. Den ersten Kilometer legten wir fast parallel zum Ufer zurück und man konnte bis zum Boden sehen. Das war natürlich auch dem tollen Sonnenschein geschuldet. Und auch sonst hat die Müritz besondere Vorzüge. Es gibt kaum Wellen und man genießt die Weite der Wasserfläche. Falls man mal einen trockenen Hals oder eben Durst hat, nimmt man einfach einen kühlen Schluck. Das Müritzschwimmen ist jedenfalls bei den Süßwasserveranstaltungen ganz vorne.Ich fühlte mich eigentlich ganz gut. Im Ziel zeigte sich leider, dass ich etwas langsamer als erwartet unterwegs war. Aber das wurde völlig ausgeglichen von dem Hochgefühl, hier locker 3,9km in idealer Umgebung geschwommen zu sein. Damit ist die Saison schon vorbei. Niemand hat einen MV Allrounder Kaffeebecher bekommen, weil dazu ja mindestens die Teilnahme an drei Veranstaltungen nötig ist. Es gab ja aber in MV einschließlich dem Müggelseeschwimmen nur zwei Starts. Und genau dafür muss man den jeweiligen DLRGs echt dankbar sein. Die Veranstalter dss Sundschwimmens mussten nicht wirklich nachdenken, ob sie das mit 1000 Startern irgendwie Corona-angemessen organisieren hätten können. Das Schreiben und Abstimmen solcher Hygienekonzepte ist sicher nicht einfach. Und wahrscheinlich mit viel Aufwand und Entschlossenheit verbunden. Ganz toll ist das also, wie das in Greifswald und Waren trotz der Umstände realisiert wurde, Danke an die lokalen DLRGs! Meine magere Summe von 5,8km Wettkampfstrecke statt 37,5km im Vorjahr ist natürlich bedauerlich und echt bitter. Proportional dazu ist aber auch mein Trainingsaufwand gefallen und ich hatte viel mehr Freizeit.Übrigens sieht das dann so aus:


Schlimmer geht es kaum...

Ich habe mich ja im letzten Beitrag schon beim Jahr 2020 für Nichts bedankt. Ich kann heute ein weiteres Nichts hinzufügen, aber das bringt ja auch nichts. Und das ist auch eine Illusion, dass 2021 ein Jahr wird, wie das früher einmal war.