Zehn Jahre sind seit meinem letzten Start auf der Olympischen Distanz vergangen. Dazwischen lagen eine Mitteldistanz und ein Ironman (in Regensburg), eine Rückenreha, ein Sieg beim Volkstri, fünf Jahre Triathlonpause wegen Rücken und viele tolle Erlebnisse und Erfolge beim Schwimmen in Seen, Meeren und diversen Schwimmbecken.

Letztes Jahr wagte ich mich wieder auf die ersten kleinen Triathlon-Distanzen mit Höhepunkt beim BerlinMan-Jedermensch. Und da es mir zu gut geht, bedurfte es einer Steigerung in diesem Jahr: Kurzdistanz im Spreewald!

Samstag, 15.06.2019. Wetterprognose: Temperaturen über 30°C, Unwetter, Regen, Gewitter am frühen Nachmittag möglich.

Hab mangels passender Weltraumjogger-Bekleidung meinen bestimmt zwanzig Jahre alten DeSoto-Einteiler (gibt es die Firma noch?) rausgekramt – passt, und mich dann mit meinem Vater, Rad und dem ganzen anderen Zeugs auf zum Briesensee gemacht. Meine Familie war derweil an der Zugspitze und in Jena unterwegs.

Neo-Verbot beim Schwimmen war für mich natürlich eine sehr gute Nachricht. Nach wie immer übertrieben hektischem Startgetümmel wurden die überambitionierten Mitstreiter nach der ersten Boje zurückgelassen und ich hatte noch 1,5 nette, entspannte Schwimmrunden vor mir – herrlich. An das Duo vor mir kam ich immer dichter ran, ein paar Meter mehr und ich hätte sie mir geschnappt. Leider musste ich dann aus dem Wasser raus. Als sechste an der ersten Zeitnahme, erste Frau – zweitwichtigstes Tagesziel erreicht.

Erwartungsgemäß hielt die Platzierung nicht lange, schon vor KM 10 waren drei Frauen auf ihren Rennmaschinen an mir vorbeigeflogen. Bei brennender Sonne und dem erwarteten Gegenwind war ich eher bedächtig unterwegs, fiel noch etwas weiter zurück und war insgesamt froh, als ich wieder Boden unter den Füßen hatte. Aber das Schlimmste kam ja noch.

Nennen wir es einen gemeinschaftlichen Jogging- und Wandertag um den schönen Briesensee. Weder Unwetter, Blitz&Donner, noch nicht mal ein paar Regentropfen ließen sich blicken. Dafür erfreute sich weiterhin strahlender Sonnenschein großer Beliebtheit, dem man nur im Schatten der Bäume (bis zu 36°C wurden angegeben) mal mehr, mal weniger entkommen konnte. Der Weg zur nächsten Verpflegung zog sich jedes Mal endlos. So schlich man also dahin und staunte über die wenigen Sportsfreunde, die noch richtig schnell laufend an einem vorbeischossen. Und es gelang mir tatsächlich, zwei Damen wieder einzuholen und mich damit insgesamt um einen Rang zu verbessern. In der zweiten Runde schloss ich mich hin und wieder dem allgemeinen Trend zum Walken an. Finishen war oberstes Gebot, auf Zeiten kam es ohnehin nicht mehr an.

Und das gelang mir auch. Die Zeit reichte für einen Platz auf dem Treppchen in der Altersklasse, insgesamt wurde ich sechste. Damit war ich sehr zufrieden. Meine Bewunderung galt vor allem denjenigen, die sich bei diesen Bedingungen auf die Mitteldistanz gewagt hatten und ins Ziel kamen.

Nun bin ich auf der Suche nach neuen Zielen. Aber länger muss erstmal nicht sein…

 

P.S.: Alle Ergebnisse der Weltraumjogger findet Ihr wie immer in der Rubrik "Ergebnisse".