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„Ivoisation“ - das Urheberrecht an dem Begriff daran müsste Vereinskollege Achim Reinhard haben – das ist die kombinierte Fähigkeit eines Ironman-Starters, angesichts des unwahrscheinlichsten aller Rad-Defekte nicht durchzudrehen, und zweier Mechaniker, offenbar inspiriert vom Improvisationsgenie der Fernsehserie „MacGyver“ (die Älteren werden sich erinnern), die Sache noch hin zu biegen. Ivo Santos waren nämlich, als 137 von 180 km der berüchtigten Lanzarote-Radstrecke absolviert waren und das Schlimmste mit all den Anstiegen und dem fiesen Wind vorüber schien, vier von fünf jener Schräubchen abgefallen, die die Kettenblätter zusammenhalten – und diese findigen Schrauber bastelten das mangels Original-Ersatzschrauben unter anderem mit Kabelbindern so zusammen, dass es bis in die Wechselzone hielt und Ivo dann auf die Laufstrecke gehen und finishen konnte.

Nach den mitgelieferten tollen Bildern von Wettkampf und Landschaft schien das kaum zu toppen – bis Marcus Müller seine Erlebnisse im Wettersteingebirge auf www.weltraumjogger.de stellte. 101,6 km, 5.412 Höhenmeter in hoch alpinem Gelände, zweiundzwanzigeinhalb Stunden unterwegs. „Nein, das brauche ich nicht noch einmal“, war seine Gefühlslage nach dem Rennen - doch schon 14 Tage später in seinem Bericht für die Weltraumjogger schrieb er er schon wieder: „Mittlerweile muss ich mir nur die Fotos anschauen und komme bereits ins Grübeln, welcher weitere Trailrun mich noch reizen würde…“ Tja, die Entscheidung ist dem Vernehmen nach gefallen: Die Anmeldung für einen schier noch mehr fordernden Berglauf in den Dolomiten 2018 ist auf dem Weg.

Marcus' 101 Kilometer sind etwa zweieinhalb mal so viel Laufstrecke wie der Ironman-Distanz. Und ungefähr so viel länger als bei ihren Triathlon-Langdistanzen war auch Rita Acampora Ende Juli beim Inselschwimmen nach Norderney unterwegs: Offiziell 8,2 Kilometer von Hilgenriedersiel an der Nordseeküste bis zum Surferhafen der Insel - aber durch starke Strömung dieses Jahr durchaus noch mehr. Das muss man sich auch nicht bloß wie gut vier Mal übersichtlich längs durch den Schlachtensee vorstellen, wo das Ziel immer klar vor Augen ist, sondern als zwischenzeitliche Orientierungssuche zwischen Wellenkämmen. Rita kam dabei nicht nur durch in einem erlesenen Feld, sondern wurde sogar Zweite bei den Frauen.

Es gab noch diverse andere schöne, gute, eindrucksvolle Erlebnisse und Wettkämpfe, auch einige weitere Langdistanzteilnahmen, vor allem in Roth, meistens mit neuen persönlichen Bestzeiten. Und natürlich wieder eine Weltraumjogger-Jugendabteilung, die nicht nur bei unseren eigenen Wettkämpfen, sondern auch bei der Schüler-Cup-Veranstaltungsreihe der Berliner-Triathlon-Union fast alles abräumte: Sechs von zehn Gesamtwertungssiegern in den fünf Alterklassen kommen aus unserem Verein, zusätzlich gab es vier zweite und drei dritte Plätze.

Den Schlusspunkt dieses Rückblicks aber soll der sportlich größte Weltraumjogger-Erfolg dieses Jahres bilden: Platz 4, beinahe die Bronze-Medaille, für Janne Büttel in der Kategorie Jugend B (14 und 15 Jahre) bei der Deutschen Meisterschaft im saarländischen Merzig, auf den Punkt vorbereitet und zum Wettkampf chauffiert von Jugendtrainer Christian „Hoffi“ Hoffmann. Und sogar Platz 3 in der Gesamtwertung des Saison umspannenden und darum vielleicht noch höher einzuschätzenden Deutschland-Cups. Aufgrund dieser herausragenden Leistungen wurde er vor kurzem für 2018 in den D/C Kader der DTU berufen.

What a year, lässt sich da ohne Überteibung sagen. Und das schon, bevor am ersten Adventssonntag im Düppeler Forst mit der Ruderclub-Staffel noch ein Weltraumjogger-Klassiker ansteht – und dort der herausragende 3. Platz bei den Männern (von 106) von 2016 zu verteidigen ist.