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Anfang Februar stand dann alles fest. Wir haben ein Quartier auf dem Unterland gebucht. Ich habe mich entschieden schon einen Tag früher (am Donnerstag) als meine Familie anzureisen, da es wohl mal ein Jahr gab, in dem wegen Sturm am Freitag vor dem Lauf, kein Schiff nach Helgoland gefahren ist. Ich habe mir auch eine sehr frühe Bahnverbindung gebucht, da ich einen Koffer für uns alle drei dabei hatte und es für den Katamaran für Gepäck nur ein eingeschränktes Abgabefenster gibt.

Die Bahnanreise und das Einchecken klappte sehr gut. Allerdings wird die Fahrt mit dem Katamaran für einige in nicht ganz so guter Erinnerung bleiben. Von Hamburg bis Cuxhaven verlief die Fahrt recht angenehm und ruhig, trotz Windstärke 5-6. Aber auf der offenen Nordsee schaukelte der Katamaran doch sehr und einige Spucktüten wurden gefüllt. Mir machte das glücklicherweise nichts aus.

Auf Helgoland angekommen, holte ich mir den Schlüssel für das Appartement und richtete mich häuslich ein. Unterwegs hatte ich auch schon einige Streckenpfeile gesehen. Als erstes wollte ich wissen, wie weit die Unterkunft vom Start entfernt ist. Meine Polar Uhr hat mich gefragt, ob ich die kurze Einheit löschen möchte. Es waren nur 130 Meter von der Unterkunft bis zur Startlinie. Die Unterkunft war also perfekt ausgesucht, keine Panik wegen langer Schlagen vor irgendwelchen Toiletten am Wettkampfmorgen. Nach dem Einkauf machte ich noch eine Streckenbesichtigung. Nun wurde mir klar, dass das kein einfacher Marathon werden würde. Der Düsenjäger (Anstieg vom Unterland zum Oberland) war doch steiler als ich dachte und der Wind kam gefühlt auch die ganze Zeit von vorne, Aber der Wind sollte ja nachlassen bis zum Wettkampf am Samstag. Am Freitagvormittag machte ich dann noch einen kleinen Lauf. Ich lief die Strecke vom Mini-Marathon. Diesen wollte Nils am Samstag laufen. Leider konnte ich ihn im Vorfeld nicht anmelden, da die Meldung früher geschlossen wurde, als erwartet. Der kleine Morgenlauf zeigte mir, dass dieser Lauf nicht einfach werden würde. Gegen Mittag kamen dann diverse Läufer mit den Schiffen und auch meine Familie kam mit dem Katamaran halbwegs wohlbehalten an.

Um 14.30 Uhr gingen wir zur Startnummernausgabe. Ich wollte pünktlich um 15.00 Uhr da sein, damit mir die per Mail zugesagte Anmeldemöglichkeit für Nils auch tatsächlich klappt. Die Anmeldung klappte dann reibungslos und wir hatten damit beide unseren Startplatz. Vor Ort gab es auch die Teilnehmershirts inkl. Anprobe Möglichkeit und Wahl der richtigen Größe. Danach ging es zur Wettkampfbesprechung. Diese war sehr gut gemacht mit diversen Streckenbildern und Erklärungen ( Verpflegung, Wendepunkt, Stolperstellen). Anschließend gingen wir Abendessen. Hier empfiehlt es sich schon Plätze im Vorfeld zu reservieren. Letztendlich sind wir aber fündig geworden und konnten noch ein paar Kohlenhydrate bunkern.

Am Samstagmorgen war der Wind dann tatsächlich nicht mehr so stark. Windstärke 3, bedeckter Himmel und 9°C waren dann recht angenehm zum Laufen.

Als erstes musste Nils um 8:58 auf die Strecke. Mein Start war um 9.13Uhr. Das Feld zog sich schnell auseinander und ich konnte mein Tempo laufen. Mein Plan war die 5 Runden jeweils in 48 Minuten zu laufen, mit einer Ziel Zeit von 4 Stunden. Nach knapp 2km kam das erste Mal der Düsenjäger. In der erste Runde nahm ich die 200m lange Steigung noch im Laufschritt mit kurzen, kleinen Schritten.

Es folgte nun das Oberland. Dieses war ein wenig wellig. Hier machte es sich bemerkbar, dass die Briten Helgoland stark bombardiert hatten. Die Zuschauer hielten sich im Oberland in Grenzen. Hauptsächlich waren hier Vogelkundler unterwegs, um die Vogelwelt von Helgoland zu fotografieren. Nach 4,8km ging es wieder hinunter ins Unterland. Am Ende dieses Weges mussten die Mini-Marathon Läufer links abbiegen und für die Marathonis gab es noch eine 3km Schleife über die Mole und durch das Hafengebiet. An dieser Kreuzung war auch ein kleines, aber feines, Stimmungsnest, genau wie im Zielbereich und am Ende des Düsenjägers. Ich war nach knapp 48 Minuten mit meiner ersten Runde fertig. Nils war inzwischen schon im Ziel. Er benötigte für den Minimarathon 34 Minuten und 12 Sekunden. Für die 2. Runde kündigte ich meiner Familie schon im Vorfeld an, das ich mehr als 48 Minuten brauchen werde, da sich mein Darm meldete und ich einen Boxenstop machen musste. Den Düsenjäger lief ich schon in der 2.Runde nicht mehr, sondern ging ihn zügig hoch. Ich war in der ersten Runde mit Laufen nicht schneller, als die die zügig gingen und das war doch kraftsparender. Nach 53 Minuten war die 2.Runde beendet. Nils war inzwischen geduscht und überraschte mich jetzt an der Strecke. Er tauchte an diversen Stellen auf, egal ob Ober- oder Unterland, machte Fotos und feuerte mich an. Für die 3. Runde benötigte ich 50 Minuten. Einige Läufer waren leider nicht ganz bei der Sache und stürzten. In der 4. Runde nutzte ich jede Verpflegung  (es gab Wasser, Iso, Cola, Bananen) mit einer kurzen Gehpause und so brauchte ich 54 Minuten. Mein Plan war somit ganz klar vom Winde verweht. Die letzte Runde war dann noch mal ein hartes Stück Arbeit und bei 37,5km machte ich meine einzige kleine Gehpause von 300m auf der Strecke. Den Weg runter vom Oberland brannten die Oberschenkel und jeder Schritt tat ziemlich weh. Die letzten 3km gingen aber wieder besser und nach 4 Stunden 21 Minuten und 11 Sekunden war ich erschöpft, aber zufrieden, im Ziel. Im Ziel gab es eine schöne Medaille mit einem Helgoland Motiv und noch Erdinger Alkoholfrei. Auch meine Urkunde konnte ich mir im Zielbereich gleich ausdrucken lassen.

Dann gingen wir zurück ins Apartment. Mir war ein wenig kalt, ich legte mich ins Bett und wollte mich nur 5 Minuten aufwärmen. Allerdings habe ich hier einen Filmriss und mir fehlen rund 25 Minuten. Aber dieser kleine Nachmittagsschlaf tat sehr gut. Nach dem Duschen gingen wir dann zur zweiten Zielverpflegung. Jeder Teilnehmer bekam bei der Startnummernausgabe einen Gutschein für 2 Stück Kuchen, welchen wir an einem reichhaltigen Kuchen Buffet einlösen konnten. Wir trafen hier Detlef (wohnt wie ich in Siemensstadt) und fachsimpelten ein wenig. Nach dem Abendessen gab es um 20.00Uhr die Siegerehrung. Zuerst wurden die Teilnehmer geehrt, die alle 20 Ausgaben des Gerolsteiner Helgoland Marathon erfolgreich gefinisht haben. Anschließend folgte die Siegerehrung, welche straff durchgezogen wurde. Um kurz nach 21.00 Uhr startete dann die Abschlussparty mit guter Livemusik.

Am Sonntagmorgen fuhren wir mit der Dünenfähre von der Hauptinsel auf die Düne. Dort ist der Flughafen von Helgoland. Im dortigen Restaurant gab es von 9-11.00Uhr ein gutes Frühstücksbuffet und Nils konnte seinem Hobby, Flugzeuge fotografieren, nachgehen. Nach dem Essen machten wir noch einen Strandspaziergang. Hier erlebten wir Keggelrobben und Seehunde in freier Natur, mit einer Entfernung von knapp 30 Meter. Das fand ich schon sehr beeindruckend. Um 16.30 Uhr war dann der Aufenthalt zu Ende und der Katamaran legte ab Richtung Hamburg. Die Fahrt war diesmal ruhig. Allerdings kamen wir nicht planmäßig in Hamburg an. Aufgrund des Hamburger Hafengeburtstags und der Auslaufparade musste der Katamaran langsamer fahren und wir machten mit gut 30 Minuten Verspätung in Hamburg fest. Das Koffer Ausladen ging doch schneller als erwartet. Aber trotzdem war es gut, dass ich den späteren Zug gebucht hatte. Den Zug davor hätten wir nicht mehr bekommen.

Alles in allem ein schöner, welliger Marathon mit einer guten Organisation.