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Fr. 11.10. – Anfahrt

Mit dem Mietwagen ging es am Freitag 1000km Richtung Italien. Ohne Navi und nur mit einem Ausdruck aus Googlemaps lief es dann auch ganz gut. Jedoch spielte das Wetter nicht mit. Als ich nach knapp 850km in Richtug Splügenpassstrasse abbog, stand ich plötzlich vor verschlossener Schranke. Dahinter dick Schnee. Den Hinweis auf meinem Routenausdruck “Diese Straße ist möglicherweise saisonbedingt gesperrt” konnte ich jetzt gut nachvollziehen. Plan B musste her. Also wieder zurück auf die Autobahn Richtung Süden, da gings doch nach Mailand? Wird schon passen. Kurze Zeit später brauchte der Wagen neue Energie. Durch Zufall traf ich beim Bezahlen zwei Italiener und fragte nach dem Weg: “Bin ich hier richtig auf den Weg nach Lecco/Sirone?” Antwort: “Ich wohne in Lecco, fahr mir einfach hinterher”. Was für für ein Zufall. Nach weiteren 2h kam ich glücklich mitten in der Pampa im Dorf Sirone an. Den Weg dort hin hätte man auch mit Navi nicht gefunden und schon gar nicht im Dunklen. Der Hausherr hatte schon auf mich gewartet und es gab sogar noch was zum Essen. Selbsgemachte Ravioli mit Spinat, dazu Brot, Salami, Käse und Wein. Bella Italia.

Sa. 12.10. – Kultur

Nach einer Nacht im tiefen Schlaf gab es das typischen spartanische italienische Frühstück. Plan war für diesen Tag die Startnummernausgabe und ein Ausflug an den Comersee. Leider war ich eine Stunde zu früh im “PowerDuathlon House”, wurde dort aber gleich herzlichst in Empfang genommen und vom ganzen Orga-Team zum Essen eingeladen. Die Startunterlagen gabs zudem auch gleich mit. Es ging in die 5 Minuten weiter entfernte Trattoria Benedetto. Dort war gefühlt das ganze Dorf zum Essen. Nachdem der Koch alles aufgezählt hatte, was die Küche hergab und ich auch fast alles erkannte, gab es dann ein wirklich leckeres Essen. Der Wein wie auch der Espresso durften selbtverständlich nicht fehlen. Anschließend ging es dann nach Bellagio an den Comersee.

Abends stand dann noch das Power Duathlon Dinner an. Durch Zufall traff ich dort endlich auf deutschsprachige Mitstreiter, den späteren Sieger Marc Widmer sowie Sebastian Retzlaff. Nach dem Essen gings zurück zur “Cascina Chiarello di Marta”, meiner Unterkunft, um noch die üblichen Vorbereitungen für den Wettkampf zu erledigen, bevor es in Bett ging. Die Nacht war unruhig. Mein Hirn musste erst mal verarbeiten.

So 13.10. – Wettkampf

Da ich nur 2,5km vom Start weg wohnte, und nebenbei erwähnt direkt an der Laufstrecke, konnte ich mit Rad anreisen. Checkin und alles so wie man es sonst gewohnt ist. Professionell fand ich die Wechselzone, Räder draußen, Wechselboxen in der Turnhalle. Das war gut, denn das Wetter zeigte sich leider nicht von seiner guten Seite. 11° C und leichter Regen.

An der Startlinie dann erste Nervosität, die sich jedoch mit dem Startschuss in Luft auflöste. Der erste Abschnitt führte uns flach durch den eher wenig besiedelten Teil von Sirone. Zwei Runden à 5km und 42 Minuten später fand ich mich in der Turnhalle wieder. Lange Handschuhe und eine warme Jacke waren Pflicht bei den äusseren Bedingungen für die nun folgenden 80km auf dem Rad.

Mit dem Rad ging es dann zunächst 10km kreuz und quer durch Sirone. Das sollte eigentlich der flache Teil der Strecke sein. Aber flach war dort gar nix. Es folgte nach weiteren 10km der erste Anstieg. 5km die es in sich hatten. Anschließend eine rasante Abfahrt auf schmaler nasser Straße, der reinste Adrenalinkick. Es folgte ein weiterer kürzerer aber steilerer Anstieg hoch nach Ello, bevor man sich erneut wieder in die Abfahrt stürzte. Auf der zweiten Runde durfte man den ganzen Spaß noch einmal fahren. Bis dahin lief es super auf dem Rad bei mir. Bei ca. KM 60 dann plötzliche Übelkeit. Ich musste mein Tempo rapide drosseln und zum Glück hatte ich Cola mit an Bord. Bei KM 70 hatte ich mich wieder gefangen und konnte nach 3:10h Fahrzeit auf die abschließende 20km wechseln.

Wie so alles bei diesem Wettkampf ging es auf vier flache 5km Runden, die sich jedesmal kurz nach der Wechselzone mit einem 7% Anstieg bemerkbar machten. Runde 1 verlief noch im Soll. In Runde 2 dann Krämpfe im Oberschenkel. In Runde 3 der unwiederstehliche Drang doch zu Gehen anstatt zu Laufen und Schmerzen. In der letzten Runde war dann der Wille gebrochen. Ich blieb stehen und fragte mich ernsthaft, was ich hier mache. Jemand hatte den Stecker gezogen. Wandertag war angesagt, doch irgendwie schaffte ich es nach 2:03h noch ins Ziel.

Überglücklich das Ding gefinished zu haben und mit der Medaille um den Hals belohnte ich mich mit reichlich Nudeln bei der anschließenden Pasta Party, bevor ich mehr schiebend als fahrend wieder zurückkehrte zur Unterkunft. Abends ging es noch mal zur Pizzeria, eine Ereigniss das einen eigenen Artikel verdient hätte.

Mo 14.10. – Heimweg

Der Rückweg verlief zur Abwechslung mal ohne Probleme. Nach 10h wieder zurück in Berlin. Diese Tage werden immer als ein besonderes Erlebnis im Gedächnis bleiben. Zwei Tage Land und Leute, wie man es sonst nicht erlebt.