Nach dem Zehdenicker Havellauf wurde ich angesprochen, ob ich nicht Interesse hätte am 18.10.13 den Lichterpaarlauf zu laufen. Nach den Erzählungen war mein Interesse geweckt und ich bekam eine Ausschreibung.

Im Internet war folgender Hinweis zur Veranstaltung zu lesen:
Ein paar Worte sollen hier noch einmal zum Anliegen und zur Vorbereitung dieses Lichterpaarlaufes gesagt werden. Das Lichter-Paarlaufen soll zum Abschluss des Lauf-Jahres neben dem sportlichen Aspekt auch dem Spaß genügen! Es soll ermöglichen, dass kleine und große Familienmitglieder, Freunde, Kollegen u.a. bei diesem Lauf ein Paar bilden, d.h. gemeinsam laufen. Dazu gehört ein besonderes Lauf-Ambiente, also ein angenehmer Laufrahmen!
Es werden dazu wieder ca. 200 Teelichter und ca. 80 Fackeln den Sportplatz erhellen. Die Startnummern erhalten durch ein kleines Leuchtband eine zusätzliche „Beleuchtung“.

Da bei diesem Lauf eine Kombination Vater/Sohn, Mutter/Tochter möglich ist, erzählte ich Nils von diesem Lauf und fragte Ihn, ob wir diesen Lauf gemeinsam laufen wollen. Nachdem wir im Netz ein paar Bilder von der ersten Veranstaltung gefunden hatten, war auch Nils sein Interesse geweckt. Somit meldete ich uns an und in den Herbstferien gingen wir dann auf die Bahn, um uns entsprechend vorzubereiten.

Zuerst machten wir uns Gedanken in welchem Rhythmus wir wechseln wollen.  Es galt bei diesem Paarlauf über eine Zeit von 45 Minuten so viele Runden wie möglich zu laufen. Wir waren der Meinung, dass ein 3 zu 1 Wechsel sinnvoll sein müsste. Somit probierten wir beim ersten Training diese Kombination aus. Ich lief die ersten 3 Runden und klatschte Nils ab. Nils lief nun eine Runde um dann wieder an mich zu übergeben. Nachdem wir 4x so gelaufen waren, beendeten wir das erste Bahntraining und waren beide mit der ausgewählten Rundenkombination zufrieden. Beim 2. Bahntraining liefen wir 5x diesen Rundenkombination und fühlten uns bereit für unseren ersten gemeinsamen Teamlauf.

Am Freitagabend machten wir uns dann auf den Weg nach Leegebruch. Nach dem schlechten Wetter vom Vortag sollten die Bedingungen heute aber sehr gut sein. Es herrschte fast Windstille und der Himmel war auch nur leicht bewölkt. Die Temperatur fiel im Laufe des Abends von anfangs 8°C auf 3°C. Als wir um 18.00 Uhr in Leegebruch ankamen, war der Mond bereits aufgegangen. Auch der Sportplatz war schon super vorbereitet. Alle 2m stand ein Teelicht und diverse Fackeln waren aufgestellt. Das Anmelden verlief recht zügig und so konnten wir noch eine Aufwärmrunde auf dem Platz, im halbwegs Hellen, machen.

Als erstes gab es um 18.30 Uhr einen 30 minütigen Kinderpaarlauf. Nils und ich liefen uns während dieser Zeit noch ein wenig ein. Anschließend dann die übliche Startvorbereitung mit Startnummer anbringen, wobei wir zusätzlich noch ein Knicklicht an der Startnummer zu befestigen hatten. Und dann war es endlich soweit. Unser Start war für 19.30 Uhr angekündigt.  Nach einem letzten Abklatschen von Nils und mir vor dem Start ging Nils zu unserem Rundenzähler zum Wechselbereich und deponierte dort auch unsere Getränkeflaschen. Jeder Rundenzähler hatte 2-3 Paare zu zählen.

Ich ging währenddessen zum Start und nach dem Runterzählen von 10 auf 0 startete der Lauf über 45 Minuten. Die ersten 150m waren sehr hektisch, aber dann sortierte sich das Feld ein. Ich merkte, dass ich ein wenig zu schnell angegangen war und musste mein Tempo reduzieren. Nach 400m kamen wir wieder am Start vorbei. Dort waren die Zuschauer auf der kleinen Tribüne und feuerten uns an. In diesem Bereich waren einige LED-Säulen aufgebaut. Diese LED-Säulen waren mit der Musik gekoppelt, die uns während des gesamten Laufes unterhielt. Nach 3 Runden gab es dann den ersten Wechsel. Nils seine Gedanken waren: “Hoffentlich komme ich mit der Dunkelheit zu recht“. Ich hatte nun meine erste Pause und der Rundenzähler bat mich doch etwas näher bei ihm vorbeizulaufen, wenn ich weiterhin immer 3 Runden laufe, damit er mich auch registriert. Noch ein kleiner Schluck aus der Flasche und dann tauchte auch Nils schon wieder auf. Auf der gegenüberliegenden Tribünenseite hatte sich inzwischen eine kleine 4 Manngruppe postiert, die dort immer wieder mal für ein bisschen Aufmunterung sorgte. Ich hatte mich inzwischen an die Lichtverhältnisse gewöhnt, wobei der Vollmond an diesem Abend, passend zum Event, schien. Mit einem kurzen Armzeichen von uns beiden klappte es nun mit dem Rundenzähler super. Dann durfte ich auch schon wieder eine Pause machen und Nils flitze über die Runde. Ich war inzwischen gut eingelaufen und während meines 4. Intervalls schmiss ich meiner Frau meine Handschuhe zu. Nachdem Nils auf seine 5. Runde startete war klar, dass wir unser Minimalziel von 20 Runden bzw. 8km schaffen werden. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt eine Laufzeit von 34 Minuten und 15 Sekunden. Das 2. Ziel waren die 9km bzw. sogar noch etwas mehr. Wir hatten im Vorfeld gehofft, dass jeder von uns 6 mal läuft. Nach 36 Minuten und 23 Sekunden war ich dann wieder auf der Strecke und somit standen unsere Chancen sehr gut, dass wir auch das 2. Ziel schaffen. Ich versuchte meinen Kopf auszuschalten und holte das bestmögliche aus meinem doch inzwischen leicht müde gewordenen Körper heraus. Nach 41 Minuten und 35 Sekunden schickte ich Nils dann mit lautstarker Unterstützung auf seine letzte Runde. Mit dem Wissen, dass dies seine letzte Runde war, gab er alles und nach 1Minuten und 45 gab es den letzten Abschlag. Ich hatte nun mit dem Wissen einer aktuellen Laufzeit von 43 Minuten und 19 plötzlich ein nicht geglaubtes Ziel vor Augen. Die 10km waren für uns möglich. Somit ging ich den letzten Abschnitt so zügig an, dass sich nach 50m meine rechte hintere Oberschenkelseite mit einem leichten Ziehen meldete. Ich musste das Tempo reduzieren und sah den Traum dahinschmelzen. Doch es reichte, die 10km Marke passierte ich und die letzten 10 Sekunden waren noch nicht angezählt. Dieses passierte aber fast zeitgleich und alle Anwesenden zählten auf 0 herunter. Beim Erreichen der 0 mussten wir stehen bleiben und warten, bis unser jeweiliger Rundenzähler unsere aktuellen, auf der letzten Runde, angelaufenen Meter notiert hatte. Danach liefen wir uns ein wenig aus und genossen noch einmal die durch die Kerzen und Fackeln erleuchtete Stadionrunde. Anschließend  zogen wir uns um und dann gab es auch schon die Siegerehrung.

Diesem Lauf angemessen erfolgte die Siegerehrung aber nicht nach Platzierung. Es wurden alle Startnummern nacheinander aufgerufen und jedes Paar erhielt vom Bürgermeister die entsprechende Urkunde mit den gelaufenen Metern. Wir hatten 10084 Meter geschafft und waren damit super zufrieden. Es gab auch noch ein kleines Präsent und ein Pfannkuchen für jeden und das alles für 4,-€ Startgeld für uns beide. Ein sehr schöner Lauf, der hoffentlich im nächsten Jahr wieder stattfindet, bei möglichst gleich guten äußeren Bedingungen.