Distanz: 3,8km

Ergebnis: Robert 62. von 91M, 25. von 39 AK IV m - 1:25:54,49

Hin und her, das ist nicht schwer. Das ist das Motto der TeilnehmerInnen beim Müritzman 3,8. Das eigentliche Müritzschwimmen sind 1,9km von der Badestelle Ecktannen zum Volksbad Waren. Das ist natürlich recht kurz und das kann ich ja auch einfach hier vor dem Frühstück erledigen. Daher gibt es die doppelte Distanz vom Volksbad Müritz fast bis zur Badestelle Ecktannen und von dort zum Volksbad Müritz als Müritzman 3.8. Ihr kennt die Schwimmdistanz von euren Ironmen natürlich.

Ihr erinnert euch sicher auch daran, dass die Müritz in der letzten Eiszeit zwischen dem Pommerschen und dem Frankfurter Stadium entstand. Also zwischen  den Jahren -22000 bis -15000. Davor lag übrigens die Brandenburg-Phase von -24000 bis -22000 mit dem ersten Versuch, einen Flughafen zu errichten (nach 2000 Jahren dann doch gescheitert). Man ahnt, dass danach in der Berlinischen Phase überhaupt nichts erreicht wurde, weil alle einfach nur jahrhundertelang auf einen Termin beim Bürgeramt warteten. Käpt'n Blaubär war damals auch schon dabei (er wollte eine Lizenz für den Betrieb einer Fähre zwischen Wannsee und Kladow beantragen) und hat mir das alles persönlich bestätigt. Aber ich lenke euch jetzt lieber mit der Gegenwart von euren Zweifeln ab.

In 2020 fand das Müritzschwimmen auch schon statt - halt Abstand halten etc. Ging auch alles gut. Daher natürlich erst recht in diesem Jahr. Für mich war es der Auftakt zu einem Doppelschlag, Samstag Müritzman 3.8, Sonntag Schweriner Schlossschwimmen. In meiner Jugend vor unfassbar unzähligen Jahren hatten wir ja auch mal 4-6 Starts an einem Wochenende, halt über kürzere Distanzen. Also so 100m Rücken, 100 Freistil etc.

Am Abend zuvor bin ich ins herrschaftliche Schlosshotel Klink ca. 10 Minuten vom Start entfernt gefahren. Ich hatte mir vor Wochen schon eine Logistik zurecht gelegt, wie ich denn die Corona-Tests zum Einchecken im Hotel dort und am Folgetag in Schwerin eintakte. Bis mir dann doch glatt auffiel, dass das alles ja 14 Tage plus 3 Tage nach meiner zweiten Impfung sein würde. Also konnte ich an der Rezeption extrem lässig meine Impfpass-App vorzeigen und das war es auch schon. Phuuh.

Morgens dann schnell zum Start und die mir mittlerweile gut bekannten Anwohnerparkplätze nutzen ... Herrlich, auch in diesem Jahr war Platz in der allerersten Parkbucht. Wieder genau die gleichen Leute vor Ort, die sonst auch immer da sind. Wetter toll, Wasser toll, konnte also losgehen.

Und so war es dann auch wieder. Dieses wunderbare Müritzwasser! Kaltes klares Wasser umspülte einen von Anfang an. Zu kalt waren die 20 Grad natürlich nicht, die Müritz hatte in diesem Sommer aber auch schon mehr Wärme. Beim Schwimmen dann unter einem der sichtbare Boden und schräg von der Seite die im Wasser schimmernden Sonnenstrahlen. Wie schön!

Der Kurs geht seit letztem Jahr gleich am Anfang zu einer Boje weit links vom Start an der Seebrücke und wieder zurück. Dann ein scharfer Dreh nach links und man ist auf der geraden Strecke nach Ecktannen rüber. Und dann halt zurück. Die Bojen waren alle sichtbar und es war viel Platz für alle. Aber genau so viel Platz, dass ich immer mal ordentlich Wasserschattenschwimmen machen konnte. Ich hielt mich dabei für extrem clever, bis sich im Ziel dann eine Schwimmerin bedankte - sie sei die ganze Zeit direkt hinter mir geschwommen ...

Ich war zwei Minuten schneller als im letzten Jahr. Die Platzierung wird irgendwie in meinem Alter immer mieser, weil im Feld natürlich mehr jüngere sind. Also interessiert mich nur noch mein Spaß und meine Altersklasse.

Besonders war aber die Zeit nach der Zielankunft. Während man im letzten Jahr immer aufgefordert wurde, den Zielbereich möglichst schnell wieder zu verlassen, war in Waren davon nicht die Rede. Eine entspannte Menschenmenge, überwiegend ohne Masken. Mir macht das nun nicht mehr Angst aber es ist echt ungewohnt. Die Leute stehen da einfach so herum und reden und lachen. Stoßen also Aerosole aus. Aber vielleicht ist das nicht mehr so wichtig. Ich habe mich dann bewusst einfach hingesetzt und das genossen. Etwas Sonne nehmen und die Ankunft der Kurzstreckensprinter vom regulären Müritzschwimmen anschauen.

Dann so langsam mal packen und ab nach Schwerin. Das gediegene Hotel Weinhaus Uhle nahe dem Start erwartete mich. Statt einer Pizzasünde hatte ich mir zur Belohnung einen Platz im dortigen Gourmetrestaurant gesichert. Bei Ankunft schnell die nassen Sachen aufhängen, duschen und aus dem Trainingsanzug schlüpfen und sich etwas seriöser geben. Dann ab ins Restaurant, wo man für mich "unter dem Aspekt der Regionalität, Nachhaltigkeit und einem mondialen Grundgedanken eine Reihenfolge von kulinarischen Kreationen in elf kleinen Gängen zusammengestellt" hatte. Yes! Deshalb mache ich das ja eigentlich alles mit dem blöden Schwimmen! Und der Abend war auch wirklich supertoll . Dickes Like! Meine nächste Karriere mache ich dann vielleicht doch als Influencer...